Rushhour in Buenos Aires. Nichts ahnend läuft man im Urlaub durch eine der aufregendsten Städte der Welt, da wird man mit etwas konfrontiert, was man so in Deutschland so noch nie gesehen hat:

An einer Fußgängerampel in Buenos Aires laufen in der Grünphase zwei Menschen mit überdimensionalen Werbeplakaten über den Zebrastreifen. Jede Millisekunde wird genutzt, um den wartenden Autofahrern die Produkt-Reklame oder – wie in meinem Fall, die Parteiwerbung – unter die Nase zu halten. Und ja: Das ist eigentlich gar nicht so dumm. Denn wo sonst, wenn nicht in der Ampelrotphase, verstreicht die Zeit sonst so ungenutzt? Zugegeben, man hört schon jetzt die ersten Rufe nach „werbefreien Ampelphasen“ oder „Bitte keine Werbung“-Schildern an Zebrastreifen. Und müsste es dann nicht auch extra „Prospektmüllentsorgungsbehälter“ an allen Fußgängerüberwegen geben? Und was ist eigentlich mit der Einblendung „Dauerwerbesendung“ in den Gelbphasen? Oder sind Straßenkreuzungen grundsätzlich „öffentlich rechtliches Terrain“, auf dem Werbung ab 20:00 Uhr verboten ist?

Gut. Lassen wir das. Eine Einführung der neuen Werbe-Träger in Deutschland ist wohl schon aus rein formellen Gründen eher, äh … unrealistisch.

Smalltalkerin Alexandra Kovanetz
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