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- W-Geschichte Nr. 1
Diesen Namen trug einer der großen Designer Deutschlands, der dieses Jahr verstarb. Er war ein ungewöhnlicher, herausragender Typograf und entwarf nicht nur die Erscheinungsbilder der bekannten Marken Zeiss, Merck, Daimler Benz, Porsche oder Deutsche Bahn, sondern gestaltete auch Bücher der Verlage Ullstein oder Klett. Kurt Weidemann verdanken wir zudem die Schriften Corporate ASE und ITC Weidemann.
Bereits 1992 entwickelte er seine zehn Thesen zur Typografie und überreichte diese der Allianz deutscher Designer (AGD). Ein genialer Werbefachmann zu sein, reichte Weidemann eben nie aus. Deswegen war er auch sehr engagiert, sein Wissen und seine Ideen mit vielen Studenten zu teilen, beispielsweise in seinen Vorlesungen an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung im Zentrum Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Seine Leidenschaft für die Typografie zeigt sich bis heute in seinen Thesen, wobei in den Augen der AGD die Sechste als besonders bemerkenswert und bezeichnend für die Persönlichkeit Weidemanns erscheint:
„Typografie ist Umweltschutz der Augen, die es zwar zu öffnen und zu interessieren, aber nicht zu beleidigen und zu verwirren gilt. Das Sichtbarmachen von Sprache in all ihrer Ausdrucksvielfalt ist an den Grundzeichenvorrat des Alphabets und an die Gesetze des Sehens und Verstehens gebunden.“
Weidemann – mehr als ein einfaches W.
