Ich weiß ja nicht, wo und wie Sie momentan leben oder gern leben würden. Sicher ist jedenfalls, dass jeder Mensch ein eigenes Empfinden dafür hat, wie groß oder klein sein Wohnraum sein sollte. Schließlich ist die eigene Wohnung ein kleines, individuelles Paradies. Paradies deshalb, weil nach einem harten Arbeitstag oder sogar nach einer wunderschönen Urlaubsreise, man sich jedes Mal aufs Neue freut, in die gewohnte Umgebung zurückzukehren, die Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit garantiert. Es ist eben das eigene Reich, das nicht nur von unserem Grundgesetz geschützt, sondern auch von einem selbst mit Liebe gehegt und gepflegt wird.

Manche brauchen, übertrieben gesagt, für dieses Gefühl 200 qm, andere wiederum nur 40 qm. Eine Frau in New York benötigt gerade mal 8 qm (!). Unglaublich, aber wahr. Sie scheint alles, aber auch wirklich ALLES, in ihrer Wohnung unterbringen zu können. Zum Glück sind die Wände immerhin sehr hoch, sodass es für ein Hochbett reicht. Nur was, wenn man Höhenangst hat? Persönlich könnte ich nicht so wohnen. Wohin schon allein mit den Schuhen einer Frau? Und eine richtige Küche zum Kochen ist essentiell und benötigt Platz! Außerdem, wo verstaut man dann seine Freunde, die man beispielsweise zum gemeinsamen Fernsehen gern bei sich hat?

Natürlich spart sich die 8qm-Frau einiges an Geld, womit sich gut verreisen lässt und man sich eher einmal was gönnen kann. Aber ist es nicht ebenfalls Luxus, sich nicht einschränken zu müssen? Viel zu oft muss man eben das tagsüber draußen auf der Straße (unser Alltag ist nun mal ein Regelwollknäul) oder im Berufsleben tun.
In der eigenen Wohnung kann man schließlich alles von sich schmeißen, wenn man sich freut, in Socken durch die Wohnung à la Blues Brothers rocken oder einfach nur in der weniger chaotischen Ecke der Wohnung leben, bis dann mal wieder wirklich überall Ordnung geschaffen werden muss.

Nicht jeder ist nun natürlich so gut verdienend, dass er sich 100 qm in der Stadt leisten kann, aber 8 qm müssen wirklich nicht sein. Obwohl es bestimmt einmal ein spannendes Experiment wäre, eine Zeit lang wie Felice Cohen zu leben. Und sieht so vielleicht die Wohnungszukunft für Metropolen aus? Ich hoffe es nicht, denn spätestens dann müsste ich mich wirklich von meiner heißgeliebten Schuhsammlung trennen…

Youtube: Simple life Manhattan

Smalltalkerin Alexandra Kovanetz
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